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Tradition auf der Wiesn: Die Münchner Weißwurst

19. September 2022 - Lesezeit: 3 Minuten

In diesem Jahr findet wieder das weltweitbekannte Volksfest in der bayrischen Landeshauptstadt statt: Das Oktoberfest in München.

Neben Dirndl und Lederhosen und der einen oder anderen Maß Bier, darf auch die Weißwurst mit Senf und Brezn hier nicht fehlen. Traditionell wird in Bayern ein Weißwurst-Frühstück veranstaltet, mit dem man in aller Gemütlichkeit in den Wiesn-Tag startet.

Die Münchner Weißwurst - Ein Zufallstreffer?

Wiesn-Zeit heißt Weißwurst-Zeit. Für die Münchner Brühwurst wird traditionell feines sogenanntes „gekuttertes“ Kalbfleisch, Schweinerückenspeck und Kochsalz sowie weitere Gewürze verwendet. Heutzutage bereiten Metzger die Spezialität auch mit Schweinefleisch zu bzw. mischen Schwein und Kalb. Für eine echte Münchner Weißwurst muss aber ein Kalbfleischanteil von mindestens 51 Prozent enthalten sein.

Die 80 bis 90 Gramm schwere Wurstmasse füllen die Metzger in Schweinedärme. Die 12 cm lange Wurst erhält durch Kochsalz (anstatt Pökelsalz) ihre weiße Farbe. Die restlichen Gewürze variieren: Klassisch sind z.B. Petersilie, Pfeffer und Zitronenpulver. In manchen Weißwürsten steckt auch Ingwer und Kardamom. Die Münchner Spezialität kocht man für etwa 10 bis 15 Minuten bei ca. 70 Grad in leicht gesalzenem Wasser.

Fun Fact: Das bekannteste Gericht der bayerischen Landeshauptstadt soll im Jahr 1857 durch Zufall vom Metzger „Moser Sepp“ hergestellt worden sein: Weil die Schafsdärme für Bratwürste ausgegangen sind, musste der Metzger damals Schweinedärme verwenden. Mit dem Oktoberfest ist die Weißwurst dann letztlich bekannt geworden. Die Saga um die Weißwurst ist jedoch umstritten: Es wird auch behauptet, dass es die heutige Kult-Wurst schon früher gab.

Die Weißwurst wird gezuzelt

Die Tradition besagt, dass die Weißwurst vor zwölf Uhr gegessen werden muss. Deswegen sollte man sich eine frische morgens zubereitete Weißwurst zum Frühstück mit süßem Senf, Brezn und Weißbier schmecken lassen. Heutzutage bekommt man die Weißwürste aber auch den ganzen Tag serviert. Sicherlich bekannt ist die Verzehrtechnik der Weißwürste: Sie werden „gezuzelt“. Die Wurst wird ohne den Darm gegessen, d.h. entweder schneidet man diese längs auf und kratzt den Inhalt dann aus dem Darm. Oder man „zuzelt“ die Weißwurst, indem man sie in die Hand nimmt, die Wurst aus ihrem Darm „saugt“, also mit den Zähnen heraus isst. Klingt spannend, ist es auch!

Weitere Weißwurst-Varianten

Die Münchner Weißwurst ist aber nicht die einzig beliebte Weißwurst. Auch die schlesische und die polnische Variante sind populär. An Weihnachten gibt es in Ober- und Niederschlesien die schlesische Weißwurst, die aus Schweine- und Kalbfleisch, Speck und Sahne sowie weihnachtlichen Gewürzen hergestellt wird. Sie ist länger und dünner als die Münchner Wurst.

Die polnische Version wird mit Schweine-, Rind- oder Kalbfleisch produziert und mit Knoblauch und Majoran gewürzt.

Wo gibt es die beste Weißwurst auf der Wiesn?

Das Münchner Hofbräuhaus ist wohl die erste Anlaufstelle für ein Weißwurst-Essen, welches aber vor allem zur Zeit der Wiesn sehr überladen ist mit Touristen. Die Augustiner Bräustuben sind ebenfalls sehr beliebt und zudem eine sehr schöne Gaststätte.

Ein echter Münchner geht in die ‚Großmarkthalle‘ in Sendling, welche als Münchner Unikat-Gaststätte wirklich empfehlenswert für’s Weißwurst-Essen ist. Dort werden die Weißwürste hauseigens hergestellt. Auch sehr gut für ein Frühstück unter der Woche ist die „Marktstüberl“ Metzgerei Gaßner.

Bildtitel: Weißwürste
Fotograf: RitaE
Lizenz: Pixabay

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